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Home Archiv Rheinpfalzartikel zu Jugend debattiert 2008

Schüler debattieren über Jugendstrafrecht

17-jähriger Dominik Schneider gewinnt Wettbewerb am Hugo-Ball-Gymnasium

Um schlagkräftige, aber sachliche Argumente, Hintergrundwissen und eine deutliche Darstellung der eigenen Denkweise ging es beim Schulentscheid des Projekts „Jugend debattiert" gestern am Hugo-Ball-Gymnasium. Vier Schüler der Klasse 11 (MSS) stellten sich dabei einer Jury aus Abiturienten und Lehrern. Diskutiert wurde über das Thema „Sollte das Jugendstrafrecht verschärft werden?".

Als Sieger ging der 17-jährige Dominik Schneider aus der Finalrunde des Debattier-Wettbewerbs hervor. Er hatte sich standfest und mit klaren Argumenten gegen eine Verschärfung des Jugendstrafrechts ausgesprochen. Die Jury attestierte ihm ein gutes Hintergrundwissen zum Thema. Außerdem habe er die Diskussion zusammengehalten und neue Aspekte in sie eingebracht. Den zweiten Platz belegte Carmen Hirtle, die wie Schneider der Meinung war, das Jugendstrafrecht solle nicht verschärft werden. Sie konnte sich in der Diskussion behaupten, da sie zahlreiche konkrete Beispiele von Juristen und Sozialarbeitern für ihre Argumentation herangezogen hatte. Auf Platz drei beziehungsweise zwei kamen Daniel Durm und Lisa Becker.

Bereits zum zweiten Mal nimmt das Hugo-Ball-Gymnasium am Projekt „Jugend debattiert" teil, einer Initiative der Hertie-Stiftung, wie Schulleiter Gerhard Rieder informierte. „Und schon beim ersten Mal konnten wir 2007 einen Erfolg verbuchen", merkte er an. Landessiegerin wurde die Hugo-Ball-Schülerin Isabell Winnwa.

Die Schüler waren innerhalb ihrer Deutsch-Leistungskurse für das Projekt ausgewählt worden. Diskutiert wurde kontrovers: Zwei der Schüler sprachen sich für eine Verschärfung des Jugendstrafrechts aus, zwei dagegen. Jugendliche verübten immer häufiger brutale Gewalttaten, war das Haupt-Argument Daniel Durms für härtere Strafen. Lisa Becker, einer Meinung mit ihm, argumentierte, dass viele Jugendliche keinen Respekt mehr vor dem Alter oder schwächeren Menschen hätten und daher strenger bestraft werden müssten. Lange Jahre in einer Haftanstalt wirkten sich noch fataler für einen Jugendlichen aus, davon ist Dominik Schneider überzeugt. Stattdessen solle das bestehende Recht „konsequenter angewandt" werden. „Jugendliche sind in gewissem Sinn noch Kinder", sagte Carmen Hirtle. „Und Kinder gehören nicht ins Gefängnis". Einig waren sich alle Teilnehmer darüber, dass eine stärkere Prävention und eine Unterbringung straffälliger Jugendlicher in Trainingscamps sinnvoll sei.

Sieger Dominik Schneider sagte, er habe sich schon länger mit dem Thema Jugendstrafrecht beschäftigt, da es ihn persönlich interessiere. „Überhaupt kann ich mir vorstellen, Jura zu studieren." Schneider hat sich mit seinem Sieg für den Bezirksentscheid in Kaiserslautern qualifiziert. (ad)

ROJANP

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.33
Datum: Freitag, den 08. Februar 2008
Seite: Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '3180372'
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