GYMNASIUM

Home Archiv Rheinpfalzartikel zum Musikabend 2008

Musikabend von beeindruckender Qualität

Schüler des Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasiums präsentieren ihr musikalisches Können von der Klassik bis zum Pop

Die Stühle im Musiksaal des Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasiums reichten beim Musikabend am Donnerstag gerade so aus für die vielen Zuhörer. Kein Wunder bei der Vielzahl von Mitwirkenden, die sich solistisch, im Chor oder auch in einer Combo dem Publikum präsentierten.

Bei dem Musikabend wählte man den Weg der strikten Trennung in zwei etwa gleich lange Teile: Der Auftakt des Abends gehörte der klassischen Musik - früher zumeist ungeschickt als „E-Musik" gegenüber der „U-Musik" abgegrenzt. Eine Unterscheidung, die keinen Sinn macht; denn warum sollte „Ännchens" Arietta aus Webers „Freischütz" (Anne Lehmann, Sopran) nicht ebenbürtig neben einer reifen Popballade wie „Incomplete" der „Back Street Boys" (Janine Agne) gestellt werden. Sicher liegen die Ansprüche an einen Sopran bei der Mozart-Arie der „Susanna" in einer hervorragenden Interpretation der jungen, überaus talentierten Sopranistin Sonja Doniat auf anderen Schwerpunkten als bei Mariah Careys „Hero" (Anna Noll). Dennoch wollen auch hier die Carey-typischen Auszierungen angedeutet werden, und das ist kein einfaches Unterfangen im Hinblick auf die Vorlage.

Die Chorgruppen - hier der Unterstufenchor und das Vokalensemble der 13. Klassenstufe - orientierten sich vorwiegend an Popmusik oder - immer beliebter - an Filmmelodien. Da gehört „Can You Feel The Love Tonight?" aus dem Disney-Zeichentrickfilm „Lion King" (Elton John komponierte und sang das Original) zu den gern gehörten Songs. Und „Eternal Flame" - heute als „Atomic Kitten"-Version beliebter Hit der „Bangles" - zeigt, wie man übliche Popsong-Strukturen ummodeln kann und trotzdem beim Publikum ankommt.

Instrumental standen im ersten Teil Blockflöten im Vordergrund - hier einmal nicht als AG-Ensemble, sondern in kammermusikalischer Form. Verena Westenweller erinnerte mit zwei Sonatensätzen an den deutschen Barockkomponisten und Flötisten Johann Christian Schickhardt (1680-1762). Anne Lehmann, Katrin Sommer (Flöten) und Melanie Cronauer (Klavier) stellten zwei Sätze der bekannten „Rodrigo"-Suite von Händel vor, die auch oft bei Orchestern engagierter Laien wie dem Zweibrücker „Collegium musicum" auf dem Programm steht.

Kein Musikabend ohne Soloklavier-Beiträge: Julia Schürer spielte den ersten Satz der Beethoven Sonatine op.49 mit guten Ansätzen in der Dynamik. Beethovens a-moll Bagatelle - späterer Titel: „Für Elise" - hatte sich Ann-Kristin Schipper ausgesucht. Hörenswert, weil selten in Programmen zu finden, war das kleine Klavierstück - eine stimmungsvoll Miniatur - zu „Die wunderbare Welt der Amelie", das Paula Kling gut vorbereitet hatte.

Lobenswert war auch beim Rock-, Pop- und Musical-Teil das Konzert, dass Musiklehrer Burkhard Simon, der auch die meisten Pianoparts an dem Abend übernommen hatte, auf reines Handwerk mit einer schuleigenen Combo gesetzt hat. Gerade deshalb dürfen die Gesangsbeiträge der „Superstars" des Gymnasiums die doppelte Punktzahl erhalten. Denn im Fernsehen gibt es alles mit reichlich im Studio eingedickter Konserve samt Chorbackground. So wie an diesem Abend ist das zwar für die Sängerinnen anstrengender, aber für das Publikum ein größerer Genuss. Es bleibt nur noch die Aufforderung „Männer an den Gesang" - denn der blieb an dem Abend ganz dem weiblichen Geschlecht vorbehalten. (an)

HANELTC

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.46
Datum: Samstag, den 23. Februar 2008
Seite: Nr.21
"Deep-Link"-Referenznummer: '3249006'
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