GYMNASIUM

Home Archiv Rheinpfalzartikel zur Abiturfeier 2008

Brandfrei, hitzefrei, kältefrei und sturmfrei

Hugo-Ball-Gymnasium verabschiedet 68 Abiturienten - Schulleiter Gerhard Rieder huldigt dem Freiheitsbegriff

Alle 68 angetretenen Abiturprüflinge des Hugo-Ball-Gymnasiums konnten am Sonntag ihr erfolgreiches Bestehen in der Festhalle feiern. Den besten Notendurchschnitt von 1,0 erreichten Isabel Winnwa und Tobias Allendorf.

Eröffnet wurde die Feier, die unter dem Motto „Germany"s next topabi - by Hugo-Ball" stand, durch eine Gesangsdarbietung von Sonja Doniat und Anja Moosmann. Anschließend zogen die Abiturienten mit Doktorhüten bekleidet in die Festhalle ein. Der Gesamtdurchschnitt lag mit der Note 2,54 leicht unter dem Vorjahresschnitt von 2,49.

„Endlich frei" - dies war das Thema, das Schulleiter Gerhard Rieder in seiner Rede aufgriff. Der Urschrei nach Freiheit habe die Menschheitsgeschichte geprägt. Schon die Römer hätten mit dem Begriff „libertas" den Grundbegriff der Freiheit gekannt und ihr einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft zuerkannt. Das wohl bekannteste Monument der Freiheit sei die „Statue of liberty", die Freiheitsstatue, die als Wahrzeichen von New York gemeinhin auch „Lady liberty" genannt werde. Freiheit war eines der Hauptziele der Aufklärung, die nach Kant der „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit" ist. Rieder betonte, dass Freiheit nicht Zügellosigkeit, sondern Toleranz fordere. Der Schulleiter zitierte das Grundgesetz, welches in Artikel eins die Menschenwürde gewährleiste. Die Abiturienten sollten stets die Würde ihrer Mitmenschen achten und eingreifen, wo immer diese missachtet werde. Auch Artikel zwei des Grundgesetzes, der die Freiheit der Person garantiere, sollten sie sich stets vor Augen halten. Die persönliche Freiheit sei wünschenswert, dürfe aber nie auf Kosten anderer Menschen verwirklicht werden.

Rieder stellte fest, dass die Abiturienten vier verschiedene Arten von „frei" erlebt hätten: Im Jahr 2002, als eine Rauchwolke vom Fahrschen Wald Richtung Hugo-Ball zog, bekamen die Schüler brandfrei, ein Jahr später, im Sommer 2003, gab es hitzefrei. Der Winter 2006 bescherte den Schülern kältefrei, da die Heizung in der Schule ausgefallen war, und 2007 zwang der Sturm „Kyrill" die Schulleitung dazu, den Schülern sturmfrei zu geben. Jedoch haben diese „Freiheiten" den Schülern nicht allzu sehr geschadet, was man an den Zeugnissen erkennen könne, so Rieder.

Oberbürgermeister Bernhard Matheis forderte die Schüler auf, ihre Wurzeln nicht zu vergessen. Vor zehn Jahren sei es noch zutreffend gewesen, dass Arbeitsplätze in der Region nur schwer zu finden seien. Mittlerweile aber habe sich die Lage geändert, und in der Südwestpfalz gebe es viele Unternehmen, die gut ausgebildete Arbeitskräfte suchten.

Deshalb hofft Matheis, dass „die Flügel, die man braucht, um Freiheit zu erwerben, Sie nach abgeschlossener Ausbildung oder Studium in die Region zurückbringen mögen".

Den Preis der Stadt Pirmasens für das beste Abitur überreichte Matheis an Isabel Winnwa und Tobias Allendorf, die ihr Abitur beide mit 1,0 abschlossen. Winnwa erhielt außerdem den Appolinaire-Preis der Robert-Bosch-Stiftung im Fach Französisch und den Scheffelpreis für ihre Leistungen im Fach Deutsch. Allendorf konnte sich zusätzlich über den Preis der Buchhandlung Jung & Buchheit für das Fach Gemeinschaftskunde freuen. Er teilte sich außerdem den Preis des Hugo-Ball-Fördervereins (Fremdsprachen) mit Anne-Kathrin Lehmann. Sonja Doniat wurde mit dem Preis des Ministeriums für Bildung für ihre vorbildliche Haltung geehrt. Den Preis für Naturwissenschaften/Mathematik der Absolvia erhielt Christian Neßler, Anna Starck bekam den Preis der Pollichia in Biologie sowie den Preis der Deutschen Mathematikvereinigung in Mathe. Weitere Preise wurden an folgende Schüler vergeben: Christoph Schüle (Deutsche physikalische Gesellschaft/Physik), Anna Thomas (Landessportbund Pfalz/Sport), Caroline Veith (Sport Stuppy/Sport), Sonja Doniat, Anja Moosmann, Christoph Traxel und Melanie Cronauer (beste künstlerische Leistung), Christoph Traxel (Musik), Anna-Lena Nilsson und Jana Hirschbach (Colortex/Italienisch), Mathias Reiter (Förderverein/Spanisch), Mathias Reiter und Alisia Metzger (Medienpreis), Tanja Lutz (Verband der Schuhindustrie, Bildende Kunst). Martha Mang erhielt den erstmals vergebenen Preis des evangelischen Dekanats für evangelische Religion. (erl)

ROJANP

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.60
Datum: Dienstag, den 11. März 2008
Seite: Nr.18
"Deep-Link"-Referenznummer: '3314305'
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